Musikalische Biographie

Günter H. Lobe
Von Anfang an haben mich die Instrumente der alten italienischen Meister fasziniert: Die Brillanz einer Stradivari-Geige, das warme, volle Timbre der Guarneri-Violine oder der singende, strahlende Klang eines Cellos von Goffriller... Instrumente mit dieser Ausdruckskraft, diesem Reichtum an Klangfarben, Klangvolumen, antiker Schönheit und Eleganz haben mich begeistert. Solche Instrumente wollte ich auch bauen. Daher habe ich mich mit meinen Vorbildern intensiv auseinandergesetzt, ihre Bauweise, Besonderheiten und klanglichen Eigenschaften genau studiert und mich auf die Reproduktion berühmter alter Instrumente spezialisiert.
Aus originalen Violoncelli legendärer Meister (z.B.: Antonius Stradivari, Matteo Goffriller u. Domenico Montagnana) habe ich meine Celli entwickelt. Meine Geigen werden zumeist streng nach alten italienischen Vorbildern gearbeitet. Besonderen Wert lege ich auch auf die leichte Ansprache und gute Spielbarkeit meiner Instrumente.
Maßarbeit im Zehntel-Millimeter-Bereich
Neben der profunden Kenntnis der Werke alter Geigenbaumeister, handwerklichem Können und Erfahrung benötigt man allerdings auch viel Fingerspitzengefühl und Intuition im Ausarbeiten der klanglichen Komponenten. Beim Bau der Wölbungen entscheiden bereits Zehntel Millimeter über die Qualität eines Streichinstruments. Und da Holz ein natürlich gewachsenes Material mit individuellen Eigenschaften ist, muss es auch individuell bearbeitet werden, um das Optimum zu erreichen. Es gibt keine zwei Stücke Holz, die die gleiche Bearbeitung erfordern, nicht mal, wenn sie aus demselben Stamm geschnitten sind.
Das Ergebnis zählt
Ich brauche den Ansporn, suche die Herausforderung – jeden Tag. Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der entwickelt sich nicht mehr weiter. Man kann immer noch dazulernen, ein Leben lang. Das ist eine Frage der Einstellung. Daher ist mir der rege Austausch mit den Musikern sehr wichtig. Ihre Erfahrungen im tagtäglichen Umgang mit dem Instrument bringen mich weiter. Sie zeigen mir, wo ich zufrieden sein kann, aber auch, wo es noch etwas zu verbessern gibt oder wo ich noch mehr herausholen kann. Auch wenn es sich nur um Nuancen handelt, der Aufwand lohnt sich. Denn das Ergebnis zählt, nicht die Zeit.
Hier ein Überblick über die wichtigsten Stationen meiner Karriere:
| 1961 | in Bamberg geboren |
|---|---|
| 1977 | Geigenbaulehre in Bubenreuth/Mittenwald |
| 1980 | 2. Platz im bundesweiten Leistungswettbewerb der Handwerksjugend |
| 1987 | Meisterprüfung mit Auszeichnung |
| 1989 | Silbermedaille für eine Geige beim Internationalen Geigenbauwettbewerb Mittenwald |
| 1991 | Mitglied des Deutschen Geigenbauer- und Bogenmacher-Verbandes e.V. |
| 1994 | Silbermedaille für eine Viola beim 7. Internationalen Geigenbauwettbewerb "Antonio Stradivari" in Cremona |
| 1997 | Auszeichnung für ein Violoncello bei der „Triennale Internazionale“ der Streichinstrumente in Cremona |
| 1997 | 2. Platz in der Klangwertung für ein Violoncello beim 3. Internationalen Geigenbauwettbewerb in Mittenwald |
| 1998 | Berufung in den Meisterprüfungsausschuss |
| 1999 | Glanzlicht im Jahre 1999 war eine Kopie der „Tullaye“ von Antonius Stradivari, welche in der Fachwelt großen Anklang fand. |
| 2001 | Internationaler Geigenbauwettbewerb Jacobus Steiner: Sonderpreis für Violoncello Matteo Goffriller |
| 2003 | Neuvorstellung eines Violoncello (Meisterkopie nach Domenico Montagnana) auf der Internationalen Musikmesse Frankfurt |
| 2003 | "Triennale Internazionale" in Cremona: bester dt. Geigenbaumeister in der Kategorie Violine |
| 2006 | Sonderpreis für zweitbeste Violine (Modell Guarneri) beim 11. Internationalen Geigenbauwettbewerb in Cremona/Italien. |
| 2007 | Fertigstellung der originalgetreuen Kopie „Il Cannone“ nach Guarneri del Gesu |
| 2008 | Wahl zum Obermeister der Streich- und Zupfinstrumentenmacherinnung Erlangen |
